Wie die meisten von euch durch meine Instagram-Stories schon wissen, habe ich meine Pille vor ein paar Monaten abgesetzt. Wie, was, wann und warum? Das erzähle ich euch jetzt und natürlich, die für die meisten wohl am interessanteste Frage: was sind meine Erfahrungen und welche Veränderungen/Nebenwirkungen habe ich gespürt, bzw. spüre ich?

Vorab: ich kann natürlich nur aus meiner Sicht erzählen und über meine eigenen Erfahrungen berichten, möchte nichts verallgemeinern und bin auch definitiv kein Arzt! 😉

Das Absetzen

Abgesetzt habe ich meine Pille, die ich bis zu dem Zeitpunkt schon ca. 8 Jahre lang genommen habe, Anfang November 2018.

Warum ich sie abgesetzt habe?
Nein, noch hat mich nicht der Kinderwunsch dazu bewegt, sondern einfach der Wunsch, meinem Körper keine Unmengen an Hormonen mehr zumuten zu müssen.
Zu diesem Zeitpunkt haben schon einige in meinem Umfeld die Pille abgesetzt gehabt und mir von ihren Erfahrungen und für mich dem ausschlaggebendsten Punkt erzählt:
Ihre Laune wurde deutlich besser, weniger Gereiztheit und sie nahmen die Umwelt seitdem viel aktiver und intensiver wahr. Sie fühlten sich dadurch einfach „da“ und waren nicht mehr nur Teilnehmer an ihrem Leben und betrachteten es durch einen Schleier.

Wann absetzen?
Empfohlen wird die Blisterpackung ganz normal zu Ende zu nehmen.
Danach setzt wie gewohnt die Blutung ein.
Genau so habe ich es auch gemacht, zusätzliche habe ich mich in der Zeit davor schon über alternative Verhütungsmittel für die Zukunft informiert, dazu aber später mehr.

Meine Erfahrungen in der Zeit nach dem Absetzen:

Die Periode/ der Zyklus
Schon direkt im ersten Monat nach dem Absetzen, bekam ich meine Regel, wie sonst auch (durch die Pille natürlich), super pünktlich. Das lässt sich aber höchstwahrscheinlich darauf zurückführen, dass der Hormonspiegel in meinem Körper noch so hoch war, dass sich mein Körper, wie in den letzten 8 Jahren gewohnt, verhalten hat.
Das ging die nächsten paar Monate nämlich noch genau so weiter.

Mittlerweile fängt es aber an, dass mein Zyklus immer unregelmäßiger ist.
Für mich ist das soweit nicht schlimm, da die Schwankung nur ein paar Tage ausmachen, daran sehe ich allerdings wie stark mein Körper noch zu arbeiten hat.
Ich muss sagen, dass ich bisher mit dem Zyklus wirklich Glück hatte, aus Berichten von Freundinnen weiß ich, dass es teilweise über ein Jahr gedauert hat bis sie wieder einen regelmäßigen Zyklus hatten.

Da sieht man erst einmal was man seinem Körper die ganzen Jahre angetan hat, wenn er so lange braucht um damit fertig zu werden um alles wieder selbst „lenken“ zu können!
Meine Periode ist durch das Absetzen etwas stärker geworden, dauert ca. einen Tag länger als davor und ich habe am ersten Tag leichte Bauchschmerzen, die ich davor nicht hatte.

Alles in allem aber in einem sehr angenehmen Rahmen und Umfang.

Haut und Pickel
Bezüglich meiner Haut bin ich die ersten 3 Monate verschont geblieben, man liest dann ja doch die ein oder anderen Erfahrungen über Horrorhaut, extreme Pickel und Akne.

Ich muss dazu sagen, dass meine Haut allerdings schon immer sehr gut war und ich noch nie große Probleme damit hatte. Neben 2-3 kleinen Pickelchen pünktlich einmal im Monat, die nach dem Absetzen ein bisschen mehr geworden sind, kommen langsam auch mehr Unreinheiten dazu, was andere aber durchaus noch als „tolle Haut“ bezeichnen.
Ich bin gespannt wie es weitergeht…

Stimmungsschwankungen/ Gereiztheit
Auf diese Veränderung war ich am gespanntesten und habe auch ehrlich gesagt die größte Hoffnung gesteckt.
Meine Gereiztheit war schon nicht immer ganz ohne (unabhängig davon an welchem Punkt meines Zyklus ich mich befand).
Und siehe da, ich hatte Glück!
Auch das hat sich bei mir deutlich gelegt, ich reagiere mittlerweile viel entspannter auf Situationen in denen ich früher an die Decke gegangen wäre.
Und ich freue mich auf noch mehr Besserung, bis die Hormone wirklich alle aus dem Körper sind, können schon mal 1 bis 1 ½ Jahre vergehen.

Gewicht
Über Gewichtsschwankungen Zu- der Abnahme kann ich nichts berichten.
Ich kann mich nur daran erinnern, dass ich, als ich die Pille damals angefangen habe zu nehmen, zugenommen habe.
Seit einigen Jahre habe ich allerdings immer das selbe Gewicht.
Allerdings bekam ich aus meinem Umfeld 2-3 Mal die Frage zu hören, ob ich denn abgenommen hätte. Was ich aber definitiv nicht habe. Erklären könnte ich es mir allerdings damit, dass sich meine Körperform seitdem leicht verändert hat.
Ich bin der Meinung mein Becken wurde seitdem etwas breiter (was die Frage nach dem Abnehmen nicht grade bekräftigt :D) aber es kann gut sein, dass sich die Verteilung meines Körpers etwas verändert hat.
Meine Klamotten passen nach wie vor 🙂

Brüste
Jetzt kommen wir zu einem Punkt mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hätte und ihn auch absolut nicht auf dem Schirm hatte.

Tschau, tschau Brüste! War schön mit euch…
Ja, meine Brüste haben sich leider seitdem verabschiedet 🙁
Ich muss dazu sagen, groß waren sie noch nie, ABER für mich und meine Statur hatten sie meiner Meinung nach immer die passende Größe.
Man konnte mich nicht auf „das Holz vor meiner Hütte“ reduzieren, worüber ich immer sehr froh war, ich hatte aber dennoch welches.
Naja gut, hatte..:D

Ca. 4 Monate nach dem Absetzen musste ich schockiert und schon sehr traurig feststellen, dass davon nicht mehr viel übrig ist…
An manchen Tagen beschäftigt mich das auch immer noch stark, dann gib es aber wieder Tage, da frage ich mich warum mich das am Tag zuvor überhaupt traurig gemacht hat…
Mit der Zeit überwiegen aber die Tage an denen es mir egal ist oder besser gesagt ich mich trotzdem unglaublich wohl und weiblich fühle.
Und ich denke, wenn noch mehr Zeit verstreicht, wird es die „unglücklichen“ Momente deshalb auch bald so gut wie nicht mehr geben.

Mein Fazit

Zusammenfassend muss ich schon sagen, dass ich von den Nebenwirkung bisher sehr verschont wurde!
Auch wenn mir ein kleiner Teil meiner Weiblichkeit (ihr wisst wie ich das meine ;)) genommen wurde, würde ich DIE PILLE zum jetzigen Zeitpunkt definitiv NIE WIEDER nehmen!
Kein Hormoncocktail mehr für meinen Körper!
Meinem Körper und speziell mir und meinem Wohlbefinden geht es seitdem so viel besser und ich kann die Erfahrungen meiner Freundinnen nur bestätigen.
Ich nehme alles viel bewusster wahr und auch die weniger gewordene Gereiztheit und Anspannung entspannt mich extrem!

Aber wie dann verhüten?!

Verhütung ohne Hormone
Wie die meisten von euch wissen, gibt es einige andere Verhütungsmethoden.
Aber welche ist die richtige Verhütungsmethode für mich?
Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt.
Und auch meiner damaligen Frauenärztin..ich erfahrt auch gleich warum sie das jetzt nicht mehr ist!

Zwei Dinge waren mir für meine zukünftige Verhütung extrem wichtig:

  1. Sie sollte sicher sein!

  2. OHNE HORMONE!

Aber was heißt schon sicher?
Dafür gibt es den Pearl-Index.
Der der Pille liegt z.B. ca. bei 0,2 – 0,9 hat also eine FAST 100%ige Sicherheit.
Mehr dazu findet ihr zahlreich im Internet, bzw fragt eure/n Frauenärztin/ Frauenarzt.
Ohne Hormone..ja das war auch schon der Punkt an dem ich bei meiner damaligen Frauenärztin „gescheitert“ bin.
Ich habe betont wie wichtig es mir ist in Zukunft ohne Hormone zu verhüten.
Was sie mir dann vorgeschlagen hat waren:
Hormonring, Monatsspritze (auch Hormone), Stäbchen (auch Hormone) oder eben die Pille weiter nehmen…WOW! Danke für nichts! Da wollte jemand einfach weiterhin Geld an mir verdienen.

Enttäuscht und sauer habe ich mich zuhause an meinen Laptop gesetzt und selbst nochmal nach Alternativen für mich gesucht.
Mit Erfolg!

Ich habe mich informiert und dann auch dafür entschieden – die Kupferkette.
Wie, wo, was, warum? Das erzähle ich euch in einem anderen Blogpost.
Ich hoffe ich konnte euch einen Einblick in meine hormonfreie Anfangszeit geben.

Solltet ihr noch Fragen haben, die mich persönlich betreffen (wie gesagt ich bin kein Arzt), dann schreibt mir gerne auf Instagram @_me_selina_ 🙂

 

Hier gibt’s nochmal einen kleinen persönlichen Überblick über meine Gründe die FÜR das Absetzen der Pille sprechen: